HipHop-Torte: Anleitung für eine komplette Motivtorte

Hallo meine Lieben,

es ist mal wieder Zeit für eine Anleitung einer Motivtorte.

Achtung! Es wird eine sehr lange aber hoffentlich genaue Anleitung…
Ich diesem Fall erreichte mich die Frage, ob ich eine Torte zur Jugendweihe backen könnte. Bis zu diesem Zeitpunkt kannte ich zwar den Begriff Jugendweihe und dass es irgendwie der Gegenpart zur Konfirmation sein muss, aber den genauen Hintergrund kannte ich nicht. Diesen habe ich mir erst mal erklären lassen und wie ich schon vermutete, steht dahinter ebenfalls die Aufnahme in das Erwachsenen-Leben. ich kannte bis dato nur die Konfirmation, weil ich diese selbst miterleben durfte. Allerdings unterscheiden sich die beiden Ereignisse etwas in ihrem Ablauf, aber zurück zur Torte...
Ich habe mich mit den Eltern zusammengesetzt und ein bisschen erfragt, was die junge Erwachsene denn so mag, denn bis dahin wusste ich nur, es soll aussehen wie ein Geschenk.
Und dabei kamen dann folgende Eckdaten raus: Himmelblau, weiß, orange, Hiphop, Vanilla Ice, Basecap (aber bitte mit geradem Schirm und keinem gebogenen! – ich wusste nicht mal, dass es diese Unterschiede gibt. Hach, wie schön, dass Backen auch bildet…) und in diesem Fall mal wieder meine beliebte Kinderschokolade-Füllung.
Im Gespräch prasselten dann viele neue Ideen auf uns ein und nach einigem Hin- und Herüberlegen haben wir uns dann darauf geeinigt, dass es eine quadratische himmelblaue Schokotorte mit weißer Schleife werden soll. Oben drauf sollte eine kleine runde Torte in Form eines orangenen Basecaps, das mit dem  Vanilla-Ice-Engel in weiß dekoriert werden sollte. Dazu kamen dann die Wörter „ Vivi‘s Jugendweihe“ in orange. Die Torte habe ich dann aufgezeichnet und sie gefiel den beiden sehr gut. Somit stand die Torte fest und ich konnte loslegen.
Um die Torte zu fertigen, müsst Ihr folgende Schritte einplanen:

·         einige Dekoration evtl. vorher herstellen (einige Tage/Wochen vorher)
·         Kuchenteig backen (Tag 1)
·         Ganache zubereiten (Tag 1)
·         Füllung herstellen (Tag 2)
·         Kuchen „zusammenbauen“ (Tag 2)
·         Kuchen eindecken und dekorieren (Tag 3)
  

Dekoration

Etwa 1 Woche vorher habe ich schon mal begonnen, die Dekoration vorzubereiten und habe mir für den Engel eine Vorlage ausgedruckt. Diese habe ich dann seitenverkehrt mit Bleistift auf Butterbrotpapier gepaust, um die Kontur danach auf Blütenpaste zu übertragen. So musste ich nur noch ordentlich mit einem Messer entlang der Linien schneiden und konnte den fertigen Engel dann zum Trocknen zur Seite legen. Ich habe ihn allerdings auf einer kleinen Schüssel trocknen lassen, da das Basecap ja ebenfalls rund war und ich somit verhindern wollte, dass die Figur hinterher zerbricht. Übrigens habe ich vorsichtshalber zwei Engel vorbereitet; man weiß ja nie…
Außerdem konnte ich mich gleich noch an die große weiße Schleife machen, die ich ebenfalls aus Blütenpaste hergestellt habe. Dazu habe ich zwei gleichlange und –breite Streifen ausgeschnitten, die ich dann parallel auf einer leeren Küchenpapierrolle trocknen lassen konnte. Als sie so trocken waren, dass sie nicht mehr zusammenfallen konnten, habe ich die beiden Schleifenteile in der Mitte mit einem weiteren Band aus Blütenpaste zusammen“gebunden“ und so weiter trocknen lassen. Ich habe dann auch noch die beiden Enden der Schleife aus weißer Blütenpaste zurechtgeschnitten und mit etwas Zewa darunter trocknen lassen, damit ein 3D-Effekt entsteht.

Kuchenteig

Etwa 3 Tage vor dem vereinbarten Abholtermin habe ich mich dem Kuchenteig gewidmet. Hierzu habe ich eine quadratische Torte (ca. 28cm x 28cm) und eine kleine runde Torte in einer kleinen Metallschüssel  (ca. 15cm Durchmesser) vom schwedischen Möbelhaus gebacken.

Damit die Torte auch eine gewisse Höhe erhält, müsst ihr den Teig zweimal zubereiten.

Zutaten Schokoteig (2x zubereiten und backen):

6 Eier, Zimmertemperatur
1 Prise Salz
300g Zucker
150g Mehl
150g Speisestärke
40g Backkakao (wer keinen Schokoteig backen mag, nimmt 40g Speisestärke dazu)
2 TL Backpulver

Zubereitung Schokoteig:

Backofen auf 175°C Ober-/Unterhitze vorheizen. Backrahmen auf 28x28cm einstellen und mit Backpapier auf ein Backblech geben. Wenn noch etwas Platz ist, dann könnt ihr auch gleich noch die kleine Schüssel mit auf das Blech stellen, ansonsten backt ihr sie extra.Eier, Salz und Zucker schaumig schlagen bis sich die Masse mind. verdoppelt oder sogar verdreifacht hat und weiß-cremig geworden ist.Mehl, Backpulver, Speisestärke und Kakao vermischen, über die Eimasse sieben und unterheben.Teig in den vorbereiteten Backrahmen geben und ca. 30 Minuten backen. Die Backzeit hängt von eurem Ofen ab und kann variieren, deshalb denkt an die Stäbchenprobe. Abkühlen lassen.

Ganache

Zutaten Ganache:

300ml Sahne
750g vollmilchschokolade

Zubereitung Ganache:

  1. Schokolade klein hacken oder in kleine Stücke brechen.
  2. Sahne aufkochen und dann zur Schokolade geben.
  3. Nach etwa 5 Minuten alles verrühren, bis die Schokolade komplett geschmolzen ist.
  4. Bei Zimmertemperatur abgedeckt stehen lassen. Wenn sie schneller fest werden soll, dann im Kühlschrank lagern.

Füllung

Zutaten Füllung:

600ml Schmand
500ml Sahne
3 Pck. Sahnesteif
3 Pck. Vanillezucker
2 Tüten Gelatine-Fix
je nach Belieben 1,5 Big Packs Kinderschokolade (ca. 25-30 Riegel) oder eine andere Süßigkeit

Zubereitung Füllung:

  1. Schmand, Sahne, Sahnesteif und Vanillezucker einige Minuten aufschlagen, bis die Sahne steif wird.
  2. Kinderschokolade klein hacken und mit Gelatine-Fix unter die Sahnecreme heben.
  3. Bis zur Verwendung kühlen.

Torte zusammenbauen

Diesen Schritt mache ich immer am Tag nach dem Backen, da die Böden dann wirklich abgekühlt sind und sich dann besser schneiden lassen.
Um die Torte zu füllen, müsst ihr keine Architekten sein... Etwas Feingefühl benötigt ihr aber trotzdem. Falls eure Oberflächen der Torten sehr ungerade sind, könnt ihr sie erst einmal begradigen.
Einer der beiden Schokokuchen muss nun möglichst in der Mitte waagerecht geteilt werden. Diese beiden Teile werden dann Boden und Deckel der Torte bilden.
Den zweiten Schokoteig zerschneidet ihr so, dass ihr einen Rahmen von ca. 2cm erhaltet. Das herausgeschnittene „Innenleben“ könnt ihr mal für eine andere Torte oder Cakepops verwenden und bis dahin gut einfrieren.
Nun legt ihr euch eine Tortenplatte zurecht, ich habe eine quadratische Platte gewählt. Darauf legt ihr nun euren Boden, den ihr evtl. mit einem Klecks Ganache an die Tortenplatte anklebt. Damit ich die Tortenplatte nicht versehentlich mit Ganache beschmutze, lege ich ringsherum Backpapierstreifen um den Rand des Tortenbodens. Dann gebt ihr etwas Ganache auf den Rand, damit ihr den ausgehöhlten Tortenboden als Rahmen darauflegen und gleich festkleben könnt.
Dort hinein gebt ihr die Füllung. Sie sollte ausreichend sein, um sie bis zum Rand zu füllen, da nach oben möglichst keine Luft mehr zum Deckel sein sollte, denn sonst bekommt die Torte eine kleine Mulde – und das sieht nicht schön aus. Sollte die Füllung etwas zu wenig sein, dann schneidet den Rand einfach so weit runter, bis es passt. Nun gebt ihr den Tortendeckel drauf.
Jetzt streicht ihr die Torte einmal komplett mit Ganache ein. Dieser Vorgang muss nicht ganz ordentlich werden und die Ganache muss auch noch nicht pikobello glattgestrichen werden. Die Schicht dient erst mal nur zur Bindung der Krümel, damit uns diese hinterher beim Glattstreichen nicht stören. Nun muss die Torte erst mal in den Kühlschrank, bis die Ganache fester geworden ist.
Nach ca. 30-60 Minuten könnt ihr sie erneut mit Ganache einstreichen. Diesmal müsst ihr das aber sehr ordentlich machen, da diese Schicht den Fondant formen wird. Sind dann viele Ecken und Nasen zu sehen, wird der Fondant leider auch recht „hubbelig“ und das wollen wir ja nicht. am besten nehmt ihr euch zum Glattstreichen eine Teigkarte, mit der ihr die überschüssige Ganache abziehen und gleichzeitig die Torte glattstreichen könnt. Und wieder muss die Torte in den Kühlschrank.
Genau das gleiche macht ihr übrigens auch mit dem kleinen runden Kuchen. Ich habe ihn etwas ausgehöhlt, einen Klecks (mehr Platz war leider nicht) Füllung hineingegeben und mit einem zugeschnittenen Tortenboden verschlossen. Ich habe darunter eine kleine Pappplatte gelegt, da ich nicht wollte, dass der blanke Kuchen auf dem Fondant der quadratischen Torte liegt. Ich habe genauso wie zuvor zwei Schichten Ganache draufgegeben, glattgestrichen und in den Kühlschrank gestellt.

 

Torte dekorieren

Am darauffolgenden Tag (meistens ist das der Tag vor der Abholung. Bei einfacher Deko mache ich das am Abholtag, wenn man sich erst spät verabredet hat) decke ich die Torte mit Fondant ein.
In diesem Fall habe ich ca. 900g, nehmt einfach 1kg, Fondant in himmelblau eingefärbt und damit die große Torte ordentlich eingedeckt.
Die kleine Torte habe ich mit orangefarbenem Fondant eingedeckt.
Dann habe ich mir aus weißem Fondant zwei weiße Streifen ausgeschnitten, die so breit waren wie die vorbereiteten Schleifen und habe sie etwas oberhalb der Torte zu einem Kreuz aufgeklebt, das die Schleifenbänder darstellen sollte. Dann habe ich den Schirm für das Basecap zugeschnitten und mit der kleinen Torte zusammen auf die große Torte draufgelegt, bis mir die Position gefiel. Den Schirm habe ich mit Zuckerkleber (Wasser geht auch) angeklebt und die kleine Torte habe ich mit etwas übriggebliebener Ganache angeklebt. Dann ging es weiter mit der Dekoration des Basecaps. Ich habe ein paar Linien eingezeichnet, die die Nähte symbolisieren und habe den getrockneten Engel mit Zuckerkleber mittig aufs Basecap geklebt. Nun habe ich die getrocknete Schleife und die lockeren Bänder auf das Kreuz des Schleifenbandes positioniert und ebenfalls mit Zuckerkleber festgeklebt.
Nun habe ich den unteren Rand der Torte noch etwas verschönert, indem ich den himmelblauen Fondant zu einer langen Schlange gerollt, unten ringsherum angelegt und mit dem Muscheltool eingedrückt habe. So entsteht eine schicke Bordüre und man sieht den hässlichen abgeschnittenen Rand nicht mehr.
Zum Schluss habe ich noch Buchstaben aus dem orangefarbenen Fondant ausgestochen und nach dem Positionieren  „Vivis Jugendweihe“ mit Zuckerkleber aufgeklebt.

Eine lange Anleitung geht nun zu Ende.
Auch wenn die Anleitung sehr lang geworden ist, hoffe ich, dass sie Euch bei eurem nächsten Vorhaben ein wenig unterstützen kann, damit ihr auch solch eine Hingucker-Torte mitbringen könnt. Und die Dekoration könnt ihr ja beliebig gestalten, so wie es Euch oder dem Anlass entsprechend am besten gefällt.

Eure Steffi

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